Ein Jahr vergeht und wir stehen am Rande der Rueckkehr in eine Welt, wo wir von dem Paradox “Alles und doch nichts ist gleich” umgeben sind.
In vier oder fünf Wochen werden wir unter Traenen unsere Freunde umarmen und Leuten tschuess sagen, die einst nur Namen auf einem Blatt Papier waren, um zu den Leuten zurueck zu kehren, die wir vor unserem Abflug unter Traenen verabschiedet haben.
Wir werden unsere besten Freunde verlassen, um zu unseren besten Freunden zurueck zu kehren. Wir werden zurueck zu den Plaetzen gehen, von denen wir gekommen sind und zurueck zu den Dingen, die wir letzten Sommer und all die Sommer davor gemacht haben. Wir gehen auf jener vertrauten Strasse in die Stadt und obwohl es Monate her ist, scheint es wie gestern.
Du gehst in dein altes Zimmer und wirst ganz emotional, als du realisiert, dass sich dein Leben und die Person, die du jetzt bist, veraendert haben.
Ploetzlich realisierst du, dass Dinge, die letztes Jahr noch am Wichtigsten fuer dich waren, nicht mehr so wichtig sind und dass die Dinge, die dir jetzt am Wichtigsten sind, zu Hause niemand so richtig verstehen kann.
Wen wirst du als Erstes anrufen?
Was wirst du an deinem ersten WE zu Hause mit deinen Freunden machen?
Wo wirst du arbeiten?
Wer wird auf der Party am Samstag sein?
Was hat sich bei den Leuten in den letzten Monaten getan?
Dann realisierst du, wie sehr sich die Dinge veraendert haben und du merkst, dass der schwierigste Teil eines Austauschprogramms ist, die zwei komplett verschiedenen Welten zu vereinigen, mit dem zweifelhaften Versuch, alles zu behalten und gleichzeitig herauszufinden, was man hinter sich lassen muss.
Jetzt kennen wir die Bedeutung von wahrer Freundschaft. Wir wissen, mit wem wir in Kontakt geblieben sind und wer uns wichtig ist. Es gab Zeiten, da haben wir uns so hilflos gefuehlt Stunden von zu Hause weg zu sein, wenn wir wussten, dass unsere Familie und Freunde uns brauchen. Und es gab Zeiten, da haben wir gemerkt, dass wir etwas veraendert haben.
In ein paar Wochen werden wir gehen. In ein paar Wochen werden wir die Bilder von der Wand haengen und unsere Sachen packen. Keine Besuche mehr bei Freunden nebenan, um stundenlang einfach nichts zu tun. Wir werden unsere Freunde verlassen, deren E-Mails und Anrufe die uns im Sommer – und hoffentlich noch Jahre spaeter – zum Lachen und Weinen bringen werden. Wir werden Erinnerungen und Traeume wegpacken und sie fuer die Rueckkehr in diese Welt aufbewahren.
In ein paar Wochen werden wir ankommen. In ein paar Wochen werden wir unsere Koffer auspacken und mit unseren Familien zu Abend essen. Wir werden zu unseren besten Freunden nach Hause fahren und stundenlang nichts tun. Wir werden zu den gleichen Leuten zurueck kehren, deren E-Mails und Anrufe uns im vergangenen Jahr zum Lachen und Weinen gebracht haben. Wir werden alte Traeume und Erinnerungen, die wir im letzten Jahr beiseite geschoben haben, wieder auspacken.
In ein paar Wochen werden wir in uns nach der Staerke und Ueberzeugung suchen, die es uns ermoeglicht, uns den Veraenderungen anzupassen und trotzdem den Leuten nah zu sein.
Und irgendwie, auf irgendeine Weise, werden wir unseren Platz zwischen den zwei Welten finden. Wir werden dieses Jahr und all das, was wir in dieser Zeit gelernt haben, nie vergessen.
In 4 Wochen
Bist du bereit?
Bist du bereit?
Bin ich bereit? Ich denke schon. Jedenfalls hab ich den Text auf einer Seite eines anderen Au Pairs gefunden. Und einfach alles im Text, aber haargenau alles passt auf die bevorstehende und bestehende Situation. Es trifft einfach echt zu und ja hat mich schon zum nachdenken und bissl emotional gestimmt. Aber ja die letzten Wochen hier werde ich einfach so gut es geht genießen und dann wird schon alles gut werden:) Alle Trips sind jetzt gebucht und so heißt es am Wochenende ab nach Boston, danach das Wochenende gehts nach Chicago und dann danach das Wochenende und mein vorletztes hier in den Staaten, gehts nochmal nach Florida und dann einen Tag mit nem Kreuzfahrtschiff auf die Bahamas...Ich denke das wird ein ganz netter Abschluss.
Und ja dann die NEWS des Tages. Meine Gastfamilie geht zurück nach England. Heute wurden alle Verträge diesbezüglich unterschrieben und schon 1-2 Wochen nach mir wollen sie wieder zurück in die alte Heimat. Das ist so unglaublich schnell und spontan innerhalb von ein paar Tagen wird hier ein Leben von 15 Jahren zurück gelassen und innerhalb der nächsten 6 Wochen soll umgezogen werden. WOW. Aber ich freu mich für sie, sie kommen wieder zu ihren Familien. Sara bleibt in ihrer Firma mit einem bessern Job und Owen übernimmt das Geschäft seiner Mutter. Und für mich wird es mit nur 1h Zeitunterschied leichter mal eben mit den Kids zu skypen und ja so komm ich dann vielleicht nochmal nach London:)
Der Countdown startet nun: noch 30 Tage:)

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